Begleitend zur Ausstellung „Antikörper. Arbeiten von Fernando & Humberto Campana 1989–2009“ zeigt das Vitra Design Museum während der Art Basel das aktuelle Projekt „Global Street Food“ von Mike Meiré für die Dornbracht Edges Reihe, die Projekte an der Schnittstelle von Architektur, Design und Kunst beinhaltet. Das Austellungsprojekt wurde erstmalig im Rahmen der Passagen 2009 anlässlich der imm Cologne präsentiert und ist nun vom 10. Juni bis zum 12. Juli im Buckminster Fuller Dome auf dem Vitra Campus zu sehen.
„Global Street Food“ widmet sich der Faszination improvisierter Küchen im öffentlichen Raum. Urbane Fast-Food Stationen im Spannungsfeld zwischen pragmatischem Dilettantismus und Komplexität auf engstem Raum. Mike Meiré präsentiert mehrere Objekte und Strassenküchen aus verschiedenen Teilen der Welt im Buckminster Fuller Dome. Eine Ausstellung, die die skulpturale Qualität der authentischen Objekte und deren kulturelle Identität abbildet.
Die Dekontextualisierung erlaubt dabei eine Betrachtungsweise unter verschiedenen Aspekten: Aus welchen Materialien ist eine solche Kücheneinheit zusammengesetzt, welche Herkunft haben diese und wie kommunizieren sie. „So wie „The Farm Project“ angefangen hat, dem ästhetischen Minimalismus in der Küche etwas entgegen zu setzen, wollen wir jetzt mit diesen Straßenskulpturen zu einem Design inspirieren, das narrativer ist. Was passiert, wenn man die Technik nach außen legt, sie sichtbar macht und ein Objekt schafft, das eine Art Lebenssituation darstellt, einen Organismus auf engstem Raum? Die Küche als Ort der sozialen Dynamik und Transformation ist ein eben solcher Organismus. Die Miniaturisierung, das Zusammenführen von ganz unterschiedlichen Aspekten eröffnet einen neuen Zugang, ermöglicht das Denken von anderen Abläufen. Aus dieser Art Feldforschung erhoffe ich mir eine Entwicklung, die zu andersartigen Ausdrucksformen führt und zu einer Ästhetik, die Stilbrüche sucht.“ (Mike Meiré)
Nach „The Farm Project“, das 2006 erstmals zur Mailänder Möbelmesse präsentiert und anschließend in Köln, Münster und Miami ausgestellt wurde, ist „Global Street Food“ der vierte Beitrag von Mike Meiré für die Ausstellungsreihe der Dornbracht Edges. Den Anfang machten 2001 die „Dornbracht Bathmodules“ mit virtuellen Architekturen von David Adjaye, Edward Barber, Jay Osgerby, Torsten Neeland und Claudio Silvestrin. Es folgte 2002 Matali Crasset mit „Update / 3 Spaces in one“, eine futuristisch poetische Neu-Interpretation des Bades. 2003 entwickelte Mike Meiré sein „E-R-S“, das Energetic Recovery System als visionären Ort in Form einer Pipeline zur körperlichen und geistigen Reinigung und 2006 „The Farm Project“ , die Inszenierung der Küche als Bühne des Lebens und nicht als Showroom für Design. Mit „Noises for Ritual Architecture“ ist im Jahr 2008 die erste Sammlung von Raumklängen zur Ritual-Architektur im Bad erschienen. Die Präsentation erfolgt in einem SoundSpa, eine mobile Ausstellungseinheit. „Noises for Ritual Architecture“ wurde von Mike Meiré initiiert. Die Soundscapes wurden vom Kölner Musiker Carlo Peters komponiert. Die computergenerierten Animationen der Deckenprojektion von Jens-Oliver Gasde vervollständigen die Inszenierung im SoundSpa.
Mike Meiré ist seit mittlerweile seit 25 Jahren als Art Director, Künstler, Designer, Architekt, Fotograf, Kurator, Herausgeber und Vermittler tätig. In dieser Zeit hat er vor allem im Bereich Editorial Design immer wieder innovative Projekte umgesetzt.
1983 tritt er mit dem Kunst- und Kulturmagazin „Apart“ das erste Mal in Erscheinung. Im Rahmen der „Dornbracht Culture Projects“, deren Initiator und Kurator er ist, konzipiert und realisiert er mit international renommierten Künstlern von 1997-2003 die Ausstellungs- und Editionsreihe „Statements“, die seit 2005 mit neuer Programmatik als „Performances“ fortgeführt wird. Mit dem Wirtschaftsmagazin „Econy“ schafft er 1998 eine junge Publikation mit einer für die Zeit unüblichen Layout- und Bildsprache. Aus „Econy“ wird 1999 das Wirtschaftsmagazin „Brand Eins“, das neue Maßstäbe im Editorial Design setzt. Seit 2001 zeigt Mike Meiré mit „MINI International“, was er unter Liquid Identity versteht. Jede Ausgabe des Magazins über die Metropolen der Welt hat ein eigenständiges Layout. 2002 wird er Art Director des Lifestyle Magazins „Kid’s Wear“ und veröffentlicht erstmals eigene Fotografien.
2006 wurde Mike Meiré durch die Lead Academy, Hamburg als „Visual Leader of the Year“ ausgezeichnet. 2007 übernahm er die Art Direction des international renommierten Kultur Magazins „032c“ und präsentierte im neuen MUSEION, Bozen seine Installation „Mortal Life“. 2009 präsentiert er „Global Street Food“ als seinen vierten Beitrag zur Reihe der Dornbracht Edges.
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