Designerportrait David Adjaye

Im 19. Jahrhundert hatte das Baden eine rein zweckgebundene Funktion und beschränkte sich auf eine Bürste und ein Gefäß mit Wasser. Während des 20. Jahrhunderts wurde die Funktion durch die Erfindung der Wasserleitung formalisiert, die nötige Minimalausrüstung wurde an einen relativ unattraktiven Ort im Haus verbannt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts spielt das Baden in unserem Lebensraum eine wichtige Rolle, und wir haben die Gelegenheit, Natur und Funktion des Badens in einen zeitgenössischen Lebensstil umzuwandeln.

Mein Design ist der Versuch, sich an das Baden als Zeremonie und Umgebung zu richten, eine westliche Interpretation des japanischen Badehauses, worin die Qualität der Erfahrung eine direkte Aussage über die Qualität des Designs ist. Die Voraussetzung für das Design ist, dass das Badezimmer aus einem monolithischen Material gefertigt wird (die Wahl des Materials spielt dabei keine Rolle), woraus dann die Umrandung, das Becken und die Wanne herausgemeißelt werden. Die Qualität einer Skulptur ermöglicht es diesem Badobjekt, in einem offenen Raum oder einem Extrazimmer zu residieren, es kann sich dort dann entsprechend der Dimension und der potenziellen Ansichten orientieren. Die unterschiedlichen Gegenstände, wie das Waschbecken, die Dusche, die Wanne und die Toilette werden zu einer "Badelandschaft", deren Schlüssel die Einfachheit und die Sinnlichkeit sind.