Presse- und Bildmaterial
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Mit „The Knot“ hat Ed Ng, Co-Founder und Principal von AB Concept aus Hongkong, eine neue Atelier Edition für Dornbracht entworfen. Sie vereint handwerkliche Exzellenz mit einer progressiven Idee und lädt dazu ein, mehr Individualität zu wagen. Die markanten Griffe der Armaturenserie Coya, gestaltet von Sieger Design, wurden dafür auf außergewöhnliche Weise neu interpretiert. Im Interview spricht der Designer darüber, wie ein chinesisches Symbol ihn zu seinem Entwurf inspirierte, was gute Zusammenarbeit ausmacht und welche Entscheidungen man in der Gestaltung von „The Knot“ nicht sehen, aber spüren kann.
Herr Ng, welche Idee steckt hinter „The Knot“?
Ich lasse mich oft von Mustern in der Natur oder kulturellen Symbolen inspirieren, weil sich ihre Bedeutung über sehr einfache Formen ausdrücken lässt. Ausgangspunkt meiner Überlegungen war der Ruyi-Knoten, ein altes chinesisches Glückssymbol, das traditionell für Kontinuität, Beständigkeit und Glück steht. Form und Sinn sind hier eng miteinander verknüpft: Die verschlungenen Schnüre bilden eine symmetrische Struktur, die keinen Anfang und kein Ende besitzt. Sie vermitteln so ein Gefühl von Unendlichkeit. Für mich liegt darin eine unmittelbare Analogie zum natürlichen, sich ewig erneuernden Kreislauf des Wassers. Der Ruyi-Knoten ist so eine Metapher für etwas, das beständig im Fluss und mit allem verbunden ist. Für unsere Coya-Interpretation wollte ich ihn in einen skulpturalen Armaturengriff übersetzen.
Inwieweit mussten Sie dafür den ursprünglichen Coya-Look verändern?
Die Griffe der Coya-Armatur haben bereits eine sehr prägnante visuelle Identität, weil sie mit Kreis und Quadrat zwei unterschiedliche Grundmuster vereinen. Ein besonderer Entwurf von Sieger Design. Ich wollte sie deshalb nicht ersetzen, sondern ihnen eine weitere Ebene hinzufügen: ein skulpturales Element, das der eigentlichen Form verpflichtet bleibt, gleichzeitig aber einen unerwarteten Akzent setzt. Die ineinandergreifenden Schlaufen des Ruyi-Knotens formen nun vier gleichmäßig gerundete, identische Flügel. Diese offene Geometrie lässt eine gewisse Leichtigkeit entstehen, während im Zentrum ein quadratischer Kern die nötige Stabilität garantiert. „The Knot“ gehört also immer noch sichtbar zur Coya-Familie, verleiht der Armatur aber einen verspielten und symbolischen Charakter. Gleichzeitig war es mir wichtig, die richtigen „unsichtbaren“ Designentscheidungen zu treffen…
Was meinen Sie damit?
Es gibt Entscheidungen beim Gestalten eines Produkts, die man nicht unbedingt sehen, aber sehr wohl spüren kann. Bei „The Knot“ ist so ein unsichtbares Detail die Ausgewogenheit der Rundungen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer die Armatur betrachten, denken sie oft, die vier Schlaufen des Knotens seien rein dekorativ. Aber in Wirklichkeit ist jede davon so geformt, dass sie die Fingerspitzen ganz natürlich führt und einen intuitiven Griff ermöglicht. Das meine ich mit einer unsichtbaren Designentscheidung: Sie wird kaum bewusst wahrgenommen, fühlt sich aber selbstverständlich und richtig an.
Wie lief die Zusammenarbeit mit Dornbracht ab? Hatten Sie freie Hand?
Unsere Zusammenarbeit ist von einem offenen, konstruktiven Austausch geprägt. Bei Dornbracht hat man mein Vorhaben, den Ruyi-Knoten als entscheidendes Designelement zu nutzen, mit großer Neugierde aufgenommen und unterstützt. Wir haben das eigentliche Design und die Konstruktion von „The Knot“ dann gemeinsam mit den jeweiligen Teams entwickelt und kontinuierlich verfeinert und präzisiert. Schritt für Schritt, bis alle mit dem Ergebnis zufrieden waren. Genau das macht für mich eine gute Zusammenarbeit aus: Wenn Ideen sich frei zwischen Kreativität und Machbarkeit bewegen können, und beide Seiten einander fordern und inspirieren. Wobei mir immer klar war, dass der Entwurf eine Herausforderung darstellen würde, besonders die gleichmäßige Bearbeitung der filigranen Schlaufen. Durch die vorhandene Erfahrung und das große Know-how der Fachkräfte in Iserlohn hat das aber perfekt funktioniert. Jeder Armaturengriff wird übrigens einzeln gebürstet. Auch die Veredelung erfolgt in echter Handarbeit, was ich sehr beeindruckend finde.
Wann erkennt man eigentlich, ob eine Idee tatsächlich gelungen ist?
Dieser Punkt ist genau dann erreicht, wenn ein Konzept sowohl ästhetisch, ergonomisch und technisch überzeugt. Sobald diese drei Aspekte schlüssig miteinander in Einklang stehen, fühlt sich das Design rundum stimmig an. Als wäre es immer schon dagewesen. So etwas ist jedes Mal aufs Neue ein Aha-Erlebnis. An einem bestimmten Punkt der Entwicklung meinte jemand scherzhaft zu mir, die Form von „The Knot“ sehe so weich und luftig aus, dass man damit spielen möchte. Diese Bemerkung ist mir im Gedächtnis geblieben: Sie hat mich daran erinnert, dass gutes Design nicht nur schön sein und funktionieren soll. Es soll auch Spaß machen.

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