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„Smart Water“: Chancen für Fachhandel und Fachhandwerk

Iserlohn Bei Regen schließen die Fenster selbsttätig, bei Dunkelheit schaltet sich automatisch die Außenbeleuchtung ein und die Wunschtemperatur im Wohnzimmer wird per App gesteuert: Im „Smart Home“ hat die digitale Zukunft rund um die zentralen Stichworte Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz schon begonnen. Dornbracht überträgt die Hausautomation mit „Smart Water“ jetzt auf Küche und Bad – und eröffnet der SHK-Fachschiene damit ganz neue, hochinteressante Perspektiven. Die digital vernetzte Haustechnik ist ein bestimmender, wenn nicht sogar der entscheidende Zukunftsmarkt. Und das aus unterschiedlichsten Gründen: Aufgeklärte, kauferfahrene Verbraucher fragen nach individuelleren Produkten, die Gesellschaft als solche wird immer älter, und insgesamt steigt der Wunsch nach mehr Komfort im persönlichen Lebensumfeld. Wellness- und Gesundheitsprävention rücken zum Beispiel deutlich stärker in den Fokus als früher. Hinzu kommt die Notwendigkeit, die natürlichen Ressourcen zu schonen. In Küche und Bad gehört dazu ein reduzierter Wasser- und Energieverbrauch, aber auch der Einsatz „sicherer“ Installationsmaterialien zum Erhalt der Trinkwassergüte. Dieses breite Anforderungsspektrum in „konventionellen“ Produkten oder Systemen abzubilden, ist nahezu unmöglich. Stattdessen ist ein gedanklicher und technologischer Ansatz gefordert, der beispielsweise im ersten Schritt die Grundfunktionen einer Armatur (Bedienung, Mischen, Auslass) auflöst – um sie dann über die Digitalisierung komfortabel und individuell wieder zusammenzuführen.

Welches Potenzial in diesem Ansatz steckt, hat Dornbracht im Rahmen mehrerer Workshops mit Branchenkennern diskutiert. Das Fazit: Die Digitalisierung von Küche und Bad über „Smart Water“ ist ein Erfolg versprechendes Geschäftsmodell für Fachhandel und Fachhandwerk, sich vom Wettbewerb abzuheben – sofern die Branche es versteht, den Kunden emotional abzuholen und über die Chancen zu beraten, die sich aus den individuell konfigurierbaren Systemen ergeben. „Gelingt das erfolgreich, wird die SHK-Branche sogar über die wesentlichen Lebensräume Küche und Bad hinaus in Allianzen mit `benachbarten´ Gewerken zum Innovationstreiber in Sachen Hausautomation“, so Dornbracht.

„Einfache“ Lösungen
Die entscheidenden Voraussetzungen dafür hat Dornbracht mit „Smart Water“ und den daraus abgeleiteten „Smart Tools“ geschaffen. Erstmals vorgestellt wurden diese Tools – und das dahinter stehende Konzept – zur Welt-Leitmesse ISH 2013 in Frankfurt: mit der alle Sinne berührenden Dusche Sensory Sky, der eUnit Kitchen als Zukunft der Küchenarmatur und dem Foot Bath. Nach dem „Plug´n Play“-Prinzip aufgebaut steht diese Bad-Unit für die Dornbracht-Vision, Wassererlebnisse elektronisch gesteuert zu individualisieren: Durchblutung fördern, aufwärmen, entspannen? Oder massieren lassen, erfrischen, beleben? Über die (noch) vorprogrammierten Szenarien entscheidet allein der Anwender, wie er verwöhnt, entstresst oder entspannt werden möchte.

Die Bedienung ist dabei denkbar einfach; lediglich zwei digitale Drehregler sind für die Basisfunktionen Temperatur und Wassermenge nötig. Hinzu kommen beim Foot Bath vorkonfiguriert drei spezielle Auslassstellen und vier Bodendüsen.

Und genauso einfach und individuell lässt sich dieses Bedienkonzept aus Reglern, Auslassstellen und Displayschaltern im Rahmen des Konzeptes „Smart Water“ auf weitere Anwendungen in Küche und Bad übertragen. Jede Installation für sich ist also im Grunde schon individuell – und wird durch die zusätzlich mögliche Programmierung noch weiter aufgefächert. Gesundheitsfördernde Wasseranwendungen in der Dusche erfordern beispielsweise für ältere Menschen ganz andere Konfigurationen und Szenarien als vielleicht die Wellness-Profile eines aktiven urbanen Lebensstils, der sich wiederum komplett von dem einer jungen Familie unterscheidet.

Es steht also nicht die Digitalität und damit die Technik im Fokus, sondern ausschließlich der Nutzen für den Anwender: Ein einziger Knopfdruck ersetzt die „100 Handgriffe“, die ansonsten für die gewünschte Wasserdarreichung notwendig wären.

Gut beraten
Entsprechend kompetent muss daher aber auch die Beratung der Endkunden über die Fachschiene erfolgen: „Smart Water“ vernetzt zwar die Komponenten im Bad zu individuellen und komfortablen Wasseranwendungen. Die optimale Konfiguration jedoch gehört grundsätzlich in die Hände des installierenden Fachhandwerkers und seiner Partner im Großhandel: „Im Fachvertrieb wird sich durch diese Evolution zwangsläufig eine stärkere Spezialisierung ergeben. Fachbetriebe, die sich auf den Bereich `digitale Badlösungen´ spezialisieren, erzielen aber den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der sie aus der Vergleichbarkeit und damit aus dem Preisdruck heraushebt, unter dem heute viele SHK-Betriebe stehen“, so Dornbracht.

Wie weit dieser Wettbewerbsvorteil tragen kann, zeigt der perspektivische Blick auf das „Smart Home“: Mit fortschreitender Digitalisierung wird das Bad nicht länger ein losgelöster Bestandteil innerhalb der architektonischen Planung sein, sondern mit dem gesamten Haus vernetzt. Über die Wechselbeziehung der Systeme entwickelt sich also ein konkreter Nutzen, der zwar mit individuell unterschiedlichen Schwerpunkten besetzt ist – in jedem Fall aber einen nicht nur rational, sondern auch emotional erlebbaren Mehrwert bietet.

In der technischen Umsetzung werden dadurch neue Allianzen entstehen, Gewerkeübergreifend und mit Schnittstellen, die – wie SHK-Handwerker oder Elektriker – nicht nur die reine Vernetzung der Haustechnik abbilden. Denn mindestens ebenso wichtig sind künftig die Systemintegratoren, die entweder die „Smart Water“-Technologie in eine vorhandene Gebäudeautomation integrieren oder – umgekehrt – ausgehend von „Smart Water“ als offenes System eine funktions- und komfortorientierte Wohnumgebung mit der digitalen Wasserdarbietung entwickeln. In jedem Fall wird die digitale Haustechnik dadurch aber für die gesamte SHK-Branche eine große Chance, gemeinsam einen hochinteressanten Zukunftsmarkt zu gestalten – inhaltlich und fachlich, bis hin zur Durchgängigkeit in der Anwendung.

Weitere Informationen unter www.dornbracht.com
01_Smart Water Im Rahmen mehrerer Workshops hat Dornbracht mit Branchenkennern diskutiert, welches Potenzial in der Digitalisierung von Küche und Bad steckt. Das Fazit: Smart Water ist ein Erfolg versprechendes Geschäftsmodell für Fachhandel und Fachhandwerk, sich vom Wettbewerb abzuheben. (Foto: Constantin Meyer, Copyright: Dornbracht)
02_Smart Water Gut aufgestellt: Fachbetriebe, die sich auf „digitale Badlösungen“ spezialisieren, können einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen. (Foto: Constantin Meyer; Copyright: Dornbracht)
03_Smart Water Sensory Sky sensibilisiert und schärft die Sinne mit Nebel, mildem Regen, Licht und Duft. Über die Smart Tools lassen sich die verschiedenen Wassererlebnisse elektronisch steuern. (Foto: Markus Jans, Wolfram Buck; Copyright: Dornbracht)
04_Smart Water Nicht die Technik steht im Fokus der Kommunikation, sondern ausschließlich der Nutzen für den Anwender: Ein einziger, intuitiver Knopfdruck ersetzt die „100 Handgriffe“, die ansonsten für die gewünschte Wasserdarreichung notwendig wären. (Foto: Stephan Abry; Copyright: Dornbracht)
05_Smart Water Die Grundfunktionen einer Armatur – Bedienung/Mischen und Auslass - wurden aufgelöst, um sie über die Smart Water Technologie komfortabel wieder zusammen zu führen und damit einen echten Mehrwert zu generieren. (Foto: Lutz Tölle, Wolfram Buck; Copyright: Dornbracht)
06_Smart Water Dornbracht überträgt die Hausautomation mit „Smart Water“ auf Küche und Bad – und eröffnet damit ganz neue, hochinteressante Perspektiven. Wasserausgabe, -dosierung und -temperatur, sowie Excenterbetätigung werden bei eUnit Kitchen zusammengeführt. Die intuitive, einfache Anwendungslogik erleichtert die Arbeitsprozesse.(Foto: Thomas Popinger; Copyright: Dornbracht)
07_Smart Water Das Foot Bath bietet nützliche Komfortfunktionen und komplexe Szenarien, die über die digitalen Bedienelemente, die Smart Tools, abgerufen werden können. (Foto: Stephan Abry; Copyright: Dornbracht)