1959, Capital Avenue.

Martin Boyce untersucht und interpretiert, einem Archäologen gleich, modernistische Designfragmente. Oftmals unter Verwendung des Formen- und Materialrepertoires bedeutender Architekten und Gestalter. 1959, Capital Avenue - so lautete die fiktive Adresse des Foyers, das Boyce in der zentralen Halle des MMK (Museum für Moderne Kunst) Frankfurt im Rahmen der Dornbracht Installation Projects realisierte. Ein weiter Vorhang, repräsentative Sessel, gläserne Tische und Aschenbecher leiteten in eine Atmosphäre kühler Eleganz. Der skulpturale Charakter seiner Möblierung verwandelte den Ort jedoch in eine Utopie. Mit dieser Reminiszenz an die Moderne rief Boyce deren Visionen von einer besseren Zukunft in Erinnerung und stellte sie zugleich als immer noch nicht eingetreten dar.

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