Kneipp ist Kulturerbe

Gesundheit fördern

Regelmäßige, gezielte Wasseranwendungen wirken sich positiv auf Körper und Geist aus. Bereits Sebastian Kneipp erkannte, dass hydrotherapeutische Behandlungen das Wohlbefinden steigern und entwickelte die gleichnamige Kneipp-Therapie, die von der deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Das Kneipp'sche Naturheilverfahren hat den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Gesundheit des Menschen zum Ziel. 

Inhalte und Anwendungen des Kneippens basieren auf fünf Säulen: der gesundheitsfördernden Kraft von Wasser, ausgewogener Ernährung, Heilpflanzen, Bewegung und ausgeglichener Lebensführung. Die ganzheitliche Kneipp-Therapie zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele des Menschen in Einklang zu bringen. Mehr zu Kneipp und der Wirkkraft von Wasser im Interview mit Jochen Reisberger, Leiter physikalische Therapie im Kneippianum in Bad Wörishofen.

Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps

In der kalten Jahreszeit strapazieren Regen und Kälte das Immunsystem, die natürlichen Abwehrkräfte sind gefordert. Umso wichtiger ist es, frühzeitig vorzubeugen und die eigene Physis zu stärken. Doch nicht nur im Winter steht das persönliche Wohlbefinden im Mittelpunkt, der Einfluss des Megatrends Healthness ist mittlerweile ganzjährig spürbar: Eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die Verbesserung der physischen und mentalen Vitalität sind zu wichtigen Elementen eines sinnerfüllten Lebens geworden. 

Der Begriff Healthness ist ein Kunstwort, das auf den englischen Begriffen "health" (Gesundheit) und "Wellness” basiert. Auch wenn im Alltag immer weniger Zeit für entspannende Pausen und Erholung zwischendurch bleibt, lässt sich das Wohlbefinden mit ein paar einfachen Anwendungen steigern. Das eigene Bad wird zum intimen Ort für Gesundheit und Prävention: Güsse, Waschungen, Bäder und Fußbäder sind wohltuend für den Organismus. Je nach Art der Anwendung entweder beruhigend, entspannend oder stimulierend.

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Kneipp: Gesund durch Wasser

Dabei bilden präzise abgestimmte Temperaturreize - von warm über wechselwarm bis hin zu kalten Reizen - den Kern der Hydrotherapie. Wechselgüsse und -bäder lassen Reize grundsätzlich stärker und intensiver erscheinen, sie fördern die Durchblutung und regen Kreislauf, Stoffwechsel und Nervensystem an. Aber ebenso sind warme oder kalte Anwendungen möglich, z.B. morgens ein kalter Kneipp-Guss, abends ein warmes Fußbad. 

Die rund 120 Wasseranwendungen nach Kneipp reichen von Waschungen über Güsse, Wickel und Kräuterbäder bis zum "Blitzguss". Viele von ihnen lassen sich sehr einfach in den Tagesablauf integrieren, wie z.B. die kalten Güsse: Gesichtsguss, Armguss und Schenkelguss. Es gilt also damals wie heute: Sanus Per Aquam (SPA) – Gesundheit durch Wasser: Hydrotherapie als wesentlicher Bestandteil einer gesundheitsbewussten Lebensweise, die nicht nur das eigene Wohlbefinden stabilisiert, sondern aktiv die individuelle Lebensqualität steigert.

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