Extra/Ordinary

Dornbracht Conversations 3

A further dimension on the rise of New Normal

Verfolgt man in letzter Zeit die Diskussionen, Magazinbeiträge und Buchneuerscheinungen zum Thema Design, fällt auf: Einen der Schwerpunkte bildet der sich scheinbar grundsätzlich wandelnde Blick auf die Formgebung. „Zeitgeist“ und „Lifestyle“ weichen an vielen Stellen einer neuen Normalität: „The New Normal“. Was bedeutet das? Sind Überzeitlichkeit, Unaufgeregtheit, Gemeinsinn und Achtsamkeit die neuen Zeichen der Zeit? „Meine persönliche Überzeugung ist, dass wir einen Wertewandel miterleben werden, der zumindest von einer gewissen Käuferschicht verstanden wird“, sagt der Produktdesigner Stefan Diez (Teilnehmer Dornbracht Conversations 1). „Wir werden nicht nur die handwerklich perfekte Ausführung als besonders wertvoll erachten, wir werden auch das „Wie“ sehr viel stärker in Betracht ziehen.“
Für den Ökonom und Autor Richard Florida bricht gar ein neues Konsumzeitalter an: Status wird nicht mehr durch Überfluss demonstriert, sondern mittels durchdachten Konsums. Ein in diese Richtung gehender Trend scheint sich seit längerem abzuzeichnen. Bereits vor einiger Zeit machte eine Ausstellung über die Biedermeier-Ära mit dem Titel „Die Erfindung der Einfachheit“ von sich reden. Die Ausstellung brachte eindrucksvoll eine wieder erwachte Sehnsucht weiter Teile der Gesellschaft nach einer neuen Übersichtlichkeit, einer neuen Klarheit und auch Tugendhaftigkeit auf den punkt. Ausgelöst durch diverse Krisen und ein sich permanent erhöhendes maß an Komplexität.
Die „Dornbracht Conversations (DC)“ widmete sich der damit verbundenen Fragestellung unter dem Titel „Extra/Ordinary. A further Dimension on the rise of New Normal“. Das Format der Dornbracht Converations führt regelmäßig Persönlichkeiten aus den Disziplinen Architektur, Design und Kunst zusammen, um zu einem Richtungsweisenden Thema zentrale Fragen anzusprechen, eigene Erfahrungen und Ansätze darzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren. Zielsetzung der mittlerweile dritten Veranstaltung der Reihe der Dornbracht Conversations war die grundsätzliche Erörterung des Zusammenhangs zwischen aktuellen Strömungen aus der Gesellschaft und deren Relevanz für die Entwicklung von Designstrategien, Produktdesign und Architektur. So ging es zum Beispiel um den veränderten, tiefer gehenden Blick aufs Design – nicht nur unter Designtheoretikern oder unter Soziologen, sondern bei einem breiteren Publikum, den Designkonsumenten. Die Diskutanten waren Mateo Kries, Kurator und Programmleiter des Vitra Design Museums in Weil am Rhein, der Designer Michael Sieger, der Architekt Matteo Thun, der Autor Thomas Wagner, der Creative Director Mike Meiré sowie Andreas Dornbracht. Moderator der Diskussion war Marcus Fairs, Journalist und Gründer der Architektur- und Designplattform „dezeen“. Deutlich wurde der Anspruch, sich als Unternehmen permanent mit aktuellen Fragestellungen im Kontext von Design, Kultur, Architektur auseinanderzusetzen und erfolgreiche Produkte zu entwickeln, die sich sowohl einem breiten Formenkanon öffnen als auch die relevanten Produktmerkmale Prägnanz, Proportion und Präzision beinhalten. Denn es gehört zum Kern der Marke, sich eine geistige Offenheit zu bewahren und die Evolution des Bades voranzutreiben.