Let’s get physical – Ritual Gym

TARA.LOGIC: Die Körper-Maschine Claudia Neumann, Designkritikerin und Autorin, über das Ritualarchitektur-Konzept von Mike Meiré

REMAINING STATIC, BACKPEDALLING IS A THING OF THE PAST, PERFORMANCE IS IN – PERFORMANCE AND PROCESSES.
Mike Meiré

Eine Besonderheit der Dornbracht Ritualarchitektur TARA LOGIC besteht darin, dass es um Kraft und Energie geht, um Power für den Tag und Sport – aber nicht im Fitnessstudio, sondern in einem Raum, der gerade in den letzten Jahren eher den sanften Ritualen, Rückzug und Ruhe vorbehalten war: im Bad. Nun bietet Dornbracht statt Kontemplation im Tempel Körperertüchtigung im Kraftraum. Statements zur neuen Dornbracht Ritualarchitektur TARA LOGIC:

Die Matrix ist ein moderner Klassiker
TARA ist schlanker geworden. Vertikaler. Rationaler. Und der Klassiker stand Pate: Der Grundriss selbst geht auf das Kreuzelement der TARA zurück, ebenso die Ornament-Struktur im Boden und die völlige Symmetrie in jedem Detail. TARA LOGIC ist die Matrix, auf der sich die neue Ritualarchitektur entfaltet. Diese basiert auf einem System an geradlinigen, ebenfalls vertikalen Paneelen. Die aufgerichtete Vertikale wird insgesamt betont – zuungunsten einer entspannten Horizontalen: Der Klassiker hat sich fit gemacht für eine andere, eilige, komplexe Zeit. In der Ritualarchitektur von TARA LOGIC ist das Wasser schwer, es bricht kraftvoll aus einem dunklen Block an der Decke und ergießt sich auf den Körper darunter. Denn TARA LOGIC ist männlich, ein durchgängig maskulines Bad. Nicht kantig, nicht hart, nicht machohaft, manchmal auch weich. Aber die Botschaft ist klar: Für diese Welt muss man stark sein, mental und körperlich. In diesem Bad wird Energie aufgebaut – nicht, um sich der Welt zu entziehen, sondern um gestählt in sie hineinzugehen.

Japanische Badkultur trifft auf Globalisierung: Zitate, Farben, Materialien
Vorherrschend ist ein warmes Braun – auf Paneelen. Auch Grau kommt vor, zum Beispiel auf bezogenen Wandelementen oder auf dem Boden aus Beton. Dazu gesellt sich im Bereich Facewash ein grelles Gelb, ein Acidgelb. Das erzeugt im Lichtspiel hier und da frische Orangetöne: Asiatische Harmonie paart sich mit energetischer Modernität. Der Raum ist eher dunkel als hell, das Licht insgesamt geheimnisvoll: Nacktheit kann in einem geschützten Raum zelebriert werden. Die Japaner haben das kalkulierte Spiel zwischen Innen und Außen erfunden. Es findet sich hier auf subtile Weise wieder: zum Beispiel in einer abgetönten Trennwand aus Glas – japanische Zitate in einer eher technischen Architektur, unterschwellige Bewusstmachung von Räumen im Raum. Die Materialien sind einerseits klassisch: glatter Beton, klares Metall, transparentes Glas. Dazu kommen ungewöhnliche: warmer Filz auf den Paneelen, der ein Bad ohne Hall erzeugt. Im Shower-Bereich außerdem ein spezieller Lack, mit Metallstaub vermischt, der wie feines Schmirgelpapier wirkt. Materialien aus einer Männerwelt.

TARA LOGIC ist eine Maschine
Der pulsierende Soundtrack gibt die Richtung vor: Hereinkommen. Vorbereiten. Facewash. Setzen. Reinigen, Rubbeln. Tauchen. Fitness. Der Körper in einer Ritualmaschine, Industrie-Design einmal anders: als Energiestraße für den Körper, fein säuberlich in Einzelschritte zerlegt. Lernen vom Produktionsband; ein Ritual, das damit noch einmal neu ins Bewusstsein dringt. So, wie das Herz die zentrale Maschine für den Körper ist, ist das TARA LOGIC Ritualbad eine Allround-Energiemaschine. Mike Meiré, der das TARA LOGIC Ritualbad entwarf: „Die Zeit der Statik, des Innehaltens ist vorbei, Performance ist angesagt, Leistung und Prozesshaftigkeit.“

TARA LOGIC für ein aktives Bad
Für die stilvolle Erholung von Geist und Seele hält das Design so manchen Ort bereit. TARA LOGIC bietet ein aktives Auftanken an. Hanteln liegen herum. Ein Punching-Ball. Eine Matte. Eine Fitnessmaschine, davor eine Spiegelwand zum Aufklappen: Pump it up! Ein ganzer Maschinenpark an Sportgeräten ist vorhanden. Dazu kommt ein Bewusstsein für unkonservierte Stoffe, für Qualität. Die Pflegeprodukte sind so frisch, dass sie im Kühlschrank lagern müssen: Dort stehen sie, die apothekenhaft aussehenden Tiegel und Fläschchen, die Gesicht und Körper pflegen. Und außerdem gibt es noch kalkulierte Schocks im Wechselbad: Nach der Körperreinigung taucht man erst in ganz heißes Wasser, dann in eiskaltes. Dieses aus der japanischen Kultur entlehnte Bad ist kein Ort des Rückzugs, sondern ein Energietank. Und dahinter findet eine Medienprojektion statt, die Bewegung fallender Wassermassen wurde abstrahiert zu digitalen Texturen in kräftiger Farbigkeit: Kurven wie Herzschrittmacher, pushender Soundtrack – die Zeit scheint reif für eine kalkulierte Nervosität: aufs richtige Tempo kommen, aktiv, frisch sein.